41: Till Faida über das Geschäftsmodell von AdBlock Plus

Unser heutiger Digital Beat Podcast Gast Till Faida gründete zusammen mit Tim Schumacher eyeo.com und hat sich mit seinem wichtigsten Produkt viele Freunde, aber auch Feinde gemacht: AdBlock Plus.

100 Millionen aktive Nutzer: AdBlock Plus ist das Werkzeug zur Unterdrückung von Werbung, um aggressive Werbung zu blockieren. Der Werbeblocker setzt den Nutzer in den Fokus und möchte diesen schützen.

Till Faida – Die Gründung

Durch und durch Entrepreneur: Till startete seine erste Firma schon während der Schulzeit und auch in seiner Studienzeit kamen ihm immer wieder neue Business Ideen. Hier fokussierte er sich zunächst auf Online sowie E-Mail Marketing. Im Jahr 2010 schrieb er seine Abschlussarbeit zum Thema: “Wie viele Werbeeinnahmen gehen durch Adblock verloren?”

Die Idee

Till Faidas Erkenntnis: Der Nutzer, der sich einen Ad Blocker installiert, ist nicht per se von der Werbung genervt. Tatsächlich ist er vielmehr für Werbung empfänglich, ist sich Bewusstsein darüber, hat jedoch ein Problem mit aggressiver Werbung.

Das Geschäftsmodell

Hier setzt Till an, er möchte einen Kompromiss finden und eine Win Win Situation schaffen. Für den Nutzer möchte er ein besseres Surferlebnis kreieren, wohingegen der Publisher nun nur noch sinnvolle Werbung schalten sollte, um seine Zielgruppe besser zu erreichen.

Acceptable Ads

Für welche Werbung sind Nutzer, die einen Adblocker installiert haben, bereit zu zahlen? Till und sein Team stellen dazu einen Kriterienkatalog auf. Werbung, die nach diesen Kriterien gestaltet ist, geht durch einen Zertifizierungsprozess und ist dann Teil des Acceptable Ads Programm vons AdBlock Plus. Das Werbenetzwerk, das mit der eyeo GmbH zusammenarbeitet, erhält damit die Möglichkeit eine höhere Reichweite zu erzielen. AdBlock Plus Nutzer erhalten damit eine auf sie zugeschnittene Werbeanzeige.

Die Reichweitenschwelle

Wenn du deine Werbung also für den Adblocker freischalten möchtest und den Kriterienkatalog durchlaufen hast, steht deiner Schaltung nichts mehr im Wege. Liegst du über einer festgelegten Reichweitenschwelle, erhält die eyeo GmbH eine prozentuale Beteiligung. Die allermeisten Firmen, nämlich 90%, liegen allerdings unterhalb dieser Schwelle, weshalb der Dienst für sie kostenlos ist.

Wie baue ich mein Team auf?

In unserer neuen Digital Beat Podcast Folge möchte Till dir folgende Learnings mitgeben. Das Unternehmen rund um AdBlock Plus ist mittlerweile auf über 100 Mitarbeiter gewachsen. Gerade zu Beginn hat Till sich auf flache Hierarchien verlassen und bewusst nach Mitarbeitern gesucht, die keine zu enge Führung brauchten. Ein wichtiges Kriterium für ihn: Eigenmotivation und -initiative. Sein Tipp: Sprich Leute an, die aus Eigenmotivation heraus an einem Projekt mitgearbeitet haben. So macht es bei der Suche nach Entwicklern zum Beispiel Sinn, sich in einer Open Source Community umzuschauen. Programmierer bieten besonders dann einen Mehrwert für dein Unternehmen, wenn sie in ihrer Freizeit zum Beispiel eine App entwickelt haben, die nutzerfreundlich ist.

Der Gegenwind

Till Faida hat mit AdBlock Plus ein Produkt geschaffen, welches die Nutzer vor nerviger Werbung abschirmt. Wer damit ein Problem hat? Ganz klar, die Unternehmen, welche viel Geld in Werbemaßnahmen investieren. Unvermeidbare Folge sind dementsprechend auch mal juristische Auseinandersetzungen.  Daher arbeiten mittlerweile zwei Vollzeitanwälte für Till. Positive Folge: Die gerichtlichen Auseinandersetzungen erhöhen die Reichweite. Das Unternehmen konnte bisher organisch sehr stark wachsen, ohne hohes Marketingbudget in die Hand zu nehmen.

Internationalität

Englisch ist die Unternehmenssprache, denn Till beschäftigt Mitarbeiter aus über 30 Unternehmen. Obwohl es sich um ein deutsches Unternehmen handelt ist der größte Markt, für sein Produkt, die USA. Neben dem Hauptbüro in Köln gibt es noch weitere Standorte,zum Beispiel in Schweden. Ein Drittel seines Teams arbeitet deshalb nicht vom Büro aus, sondern ist überall auf der Welt verteilt. Erklärtes Ziel: “Wir wollen auch noch in 5 Jahren eine Rolle spielen.”

Hier geht es zu unserer letzten Podcastfolge.

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